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Innovationen voranbringen – mit den EIC-Förderinstrumenten zum Markterfolg

Am 22. Januar 2026 fand das Online-Webinar „Zukünfte-Webinar: Innovationen voranbringen – mit den EIC-Förderinstrumenten zum Markterfolg“ statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des „go-cluster-Programms“ mit dem Jahresleitthema „Zukünfte“ angeboten und richtete sich an Clusterorganisationen, Wirtschaftsförderer sowie innovationsorientierte Unternehmen. Ziel war es, einen praxisnahen Überblick über die Instrumente des European Innovation Council (EIC) zu geben, Wege zur Antragstellung aufzuzeigen und die strategischen Fördermöglichkeiten für europäische Deep-Tech-Innovationen zu erläutern. Besonders im Fokus standen die Förderinstrumente, die disruptive Technologien vom Konzept zur Markt- bzw. Nutzungseinführung unterstützen. 

Der European Innovation Council (EIC) ist innerhalb des EU-Rahmenprogramms Horizon Europe eines der zentralen Förderinstrumente für bahnbrechende, risikoreiche und marktdisruptive Technologien mit hohem wirtschaftlichem Potenzial. Der EIC richtet sich insbesondere an Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), kann je nach Förderlinie auch Forschungsteams, Einzelpersonen und Konsortien fördern. Ziel ist es, von der Forschung bis zur Markteinführung einen durchgängigen Förderpfad anzubieten, inklusive Finanzmittel, Effizienz in der Antragstellung und Unterstützung durch Business Acceleration Services. 

Das EIC Work Programme 2026 gliedert sich in mehrere Förderlinien mit insgesamt über 1,4 Mrd. € Fördervolumen. Die wichtigsten Instrumente, die im Webinar vorgestellt wurden und für Innovationsakteure relevant sind, lassen sich in fünf große Bereiche einteilen: EIC Pathfinder, EIC Transition, EIC Accelerator, Advanced Innovation Challenges und STEP Scale-Up. 

Person hält ein Schild mit handgezeichneten Symbolen und dem Wort 'INNOVATION' vor einem unscharfen Hintergrund.

EIC Pathfinder – visionäre Forschung und technologische Durchbrüche

Der EIC Pathfinder richtet sich an multidisziplinäre Teams, die visionäre Forschung mit dem Potenzial eines technologischen Durchbruchs verfolgen. Im Gegensatz zu klassischen F&E-Programmen steht hier die radikale Neuartigkeit und hohe technische Unsicherheit im Vordergrund. Das Projektziel ist nicht primär die Markteinführung, sondern der technologische Durchbruch, meist im niedrigen Technology Readiness Level (TRL). Gefördert werden Ideen, die sich deutlich vom Stand der Technik abheben und Grundlagen für neue technologische Paradigmen schaffen. 

Der EIC Pathfinder 2026 ist in zwei Zugänge unterteilt:

  • Pathfinder Open – offen für alle technologischen Bereiche; Frist zur Einreichung ist der 12. Mai 2026.
  • Pathfinder Challenges – thematisch fokussierte Ausschreibungen mit vorgegebenen Themenfeldern und einem Einreichschluss am 28. Oktober 2026. Für 2026 sind folgende Themen gesetzt: Advanced Materials for Miniaturised Energy Harvesting Systems, Biotechnology for Healthy Ageing sowie DeepRAP: Deep Reasoning, Abstraction & Planning towards Trustworthy Cognitive AI Systems.

EIC Transition – vom Ergebnis zur Innovation

Die Transition-Linie des EIC baut eine Brücke zwischen früher Forschung (z. B. aus EIC Pathfinder, European Research Council oder kollaborativen Horizon-Projekten) und der eigentlichen Innovations- und Produktentwicklung. Im Mittelpunkt steht die Reife des technologischen Ergebnisses, die Überprüfung der Funktionalität im definierten Kontext sowie die Entwicklung eines überzeugenden Geschäftsmodells und Prototyps. Der Fokus liegt auf Demonstration, Prototyping, Marktanalysen und Validierung. 

Die Frist für die Einreichung von Transition-Projekten für 2026 ist der 16. September 2026. Die Förderung ist offen für Einzelakteure und kleine Konsortien, die auf bestehenden Forschungsergebnissen aufbauen. 

EIC Accelerator – für Markteinführung und Skalierung bei KMU & Start-ups

Der EIC Accelerator ist das prominenteste und umfangreichste Instrument des EIC und bietet finanzielle Unterstützung für Start-ups und KMU, die ihre tief technologischen Innovationen zur Marktreife bringen wollen. Der Fokus liegt klar auf hoch innovativen Produkten, Dienstleistungen und Lösungen mit großem Marktpotenzial und internationaler Skalierungsfähigkeit. Gefördert werden Unternehmen, die disruptive Innovationen mit klarer wirtschaftlicher Perspektive entwickeln. 

Das Fördervolumen für 2026 beträgt ca. 634 Mio. € und setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  •  Open Call – offen für alle Technologien ohne thematische Vorgabe; 
  • Accelerator Challenges – strategisch ausgerichtete Themenfelder, die gezielt auf bestimmte gesellschaftliche und technologische Prioritäten Europas eingehen. 

Die Einreichung gliedert sich in drei Stufen:

  • Kurzantrag/Step 1 (kontinuierlich einreichbar)
  • Vollantrag/Step 2 (gesammelte Cut-off-Termine, z. B. 07.01., 04.03., 06.05., 08.07., 02.09., 04.11.2026)
  • Pitch/Interview-Phase/Step 3 vor einem Expertenpanel. 

Der Open Call ermöglicht eine breite Teilnahme aus allen Branchen – also auch z. B. Lösungen für automatisierte und vernetzte Mobilität, die sich durch hohen Innovationsgrad und Marktreife auszeichnen. Die Accelerator Challenges hingegen stellen gezielte thematische Schwerpunkte dar, die vom EIC vorgegeben werden und bei denen Bewerbungen im Kontext dieser strategischen Themen besonders willkommen sind. Beispiele hierfür sind unter anderem Themen zu Fortschrittlichen Materialien für erneuerbare Energien und Energiespeichersysteme, alternativen Konzepten und Schlüsseltechnologien für Fusionskraftwerke, Biotechnologie zur Regenerierung landwirtschaftlicher Böden, Stärkung der europäischen Wertschöpfungskette für kritische Rohstoffe, Deep Tech für die Anpassung an den Klimawandel. 

Eine Aufzeichnung eines Informationswebinars ist über folgenden Link abrufbar: Online Info Day – EIC Work Programme 2026 - Accelerator Challenges - European Innovation Council

Das Arbeitsprogramm 2026 ist hier abrufbar: EIC Work Programme 2026

Weitere Publikationen sind hier abrufbar: Publication – Access2eic

Advanced Innovation Challenges – Pilot für strategische Themenfelder

Neu im EIC-Programm 2026 sind die Advanced Innovation Challenges, ein Pilot-Instrument zur Förderung von hochriskanten, tief technologischen Lösungen in strategisch definierten Bereichen. Dieser zweistufige Mechanismus adressiert spezifische Herausforderungen in Bereichen, in denen Europa exzellent forscht, aber oft schwer zur Kommerzialisierung gelangt. 

Die erste Stufe (Stage 1) bietet Pauschal-Förderungen bis ca. 300 000 € für Machbarkeits- und Konzeptentwicklungen mit einer Laufzeit von bis zu neun Monaten. Die Frist für Stage 1 ist der 26. Februar 2026. Ausgewählte Projekte können dann in Stage 2 überführt werden, die bis zu 2,5 Mio. € umfasst und tiefere Entwicklungs- und Erprobungsphasen ermöglicht (Deadline Stage 2: 18. Juni 2027).

2026 wurden zwei thematische „Challenges“ definiert, zu denen Projekte eingereicht werden können:

  • Accelerating Physical AI: Embodied Intelligence for the Next Frontier of AI-Powered Robotics: Diese Challenge zielt darauf ab, die Entwicklung, Integration und Kommerzialisierung physischer KI-Systeme (Physical AI) voranzutreiben, die autonome Wahrnehmung, Interaktion und Aktion im realen Umfeld ermöglichen. Gefördert werden Lösungen, die intelligente robotische Systeme mit hoher Autonomie und integriertem KI-Design entwickeln – mit dem Ziel, Europas technologische Souveränität, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in diesem Zukunftsfeld zu stärken. 
  • Translating Disruptive New Approach Methodologies (NAMs) into Practice: Diese Challenge fokussiert auf disruptive „New Approach Methodologies“ (NAMs), also innovative, nicht-tierische Prüf- und Bewertungsmethoden im biomedizinischen Bereich, die Tiernutzung ersetzen, reduzieren oder verfeinern können. Ziel ist es, diese fortschrittlichen Methoden in die praktische Anwendung zu überführen, ihre Marktakzeptanz zu beschleunigen und Unternehmen zu unterstützen, die NAM-basierte Technologien zur Marktreife bringen wollen.

Eine Aufzeichnung eines Informationswebinars ist über folgenden Link abrufbar: EIC Advanced Innovation Challenges: Discover Opportunities Shaping the Future

STEP Scale-Up – strategische Investitionsfinanzierung

Der STEP Scale-Up ist ein weiterer zentraler Baustein im EIC-Programm 2026 und Teil der Strategic Technologies for Europe Platform (STEP). Dieses Instrument richtet sich gezielt an Start-ups und Scale-ups mit hohem Skalierungspotenzial und ergänzt die klassischen EIC-Förderlinien um eine strategische Investitionsfinanzierung in Form von Eigenkapital. Im Rahmen von STEP Scale-Up sind Co-Investitionen zwischen 10 und bis zu 30 Mio. Euro pro Unternehmen vorgesehen, die sich in größere Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von etwa 50 bis 150 Mio. Euro einfügen. Ziel ist es, die Skalierung bahnbrechender Innovationen in strategisch wichtigen Technologiefeldern zu beschleunigen, insbesondere in den Bereichen digitale Technologien, saubere und ressourceneffiziente Technologien sowie Biotechnologie. Voraussetzung für eine Antragstellung ist unter anderem ein Pre-Commitment über 20 % der angestrebten Finanzierung. Für das Jahr 2026 sind vier Stichtage zur Einreichung vorgesehen (11. Februar, 6. Mai, 9. September und 25. November). Das jährliche Budget des STEP-Scale-Up-Instruments beträgt rund 300 Mio. Euro und unterstreicht die strategische Bedeutung dieses Instruments für die europäische Innovations- und Wachstumspolitik.

Rahmeninformationen

Die Nationale Kontaktstelle (NKS) EIC ist die zentrale Anlaufstelle in Deutschland für alle Fragen rund um die Förderinstrumente des European Innovation Council und unterstützt Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Multiplikatoren bei der Orientierung, Vorbereitung und Einreichung von Anträgen im Rahmen von Horizon Europe. Die NKS EIC informiert umfassend über die einzelnen Förderlinien wie EIC Pathfinder, EIC Transition und insbesondere den EIC Accelerator, erläutert Fördervoraussetzungen, Einreichprozesse und Fristen und bietet kostenfreie, vertrauliche Beratung zur Passfähigkeit von Projektideen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung von Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Small Mid-Caps, die hochinnovative, marktorientierte Deep-Tech-Lösungen entwickeln. Neben individueller Beratung organisiert die NKS EIC Informationsveranstaltungen, Workshops und Pitch-Trainings und stellt aktuelle Informationen zu Ausschreibungen, Deadlines und Neuerungen im EIC-Arbeitsprogramm bereit. Durch ihre Einbindung in das europäische Access2EIC-Netzwerk trägt die Nationale Kontaktstelle dazu bei, die Qualität von Anträgen zu verbessern und den Zugang zu den stark kompetitiven EIC-Förderinstrumenten zu erleichtern.

Der EIC Data Hub ist eine zentrale, öffentlich zugängliche Online-Plattform der European Innovation Council (EIC), in der sämtliche Projekte, Unternehmen und Investitionen, die über die verschiedenen EIC-Förderprogramme im Horizon Europe-Rahmen finanziert wurden, übersichtlich gesammelt, visualisiert und durchsucht werden können. Er dient als Datengrundlage für Überblick, Analyse und Transparenz über das EIC-Portfolio, indem u. a. Informationen zu geförderten Vorhaben, Fördervolumina, Technologie­feldern, Teilnehmenden und Co-Investments dargestellt werden. Über Filterfunktionen lassen sich die Einträge nach Förderlinie, Land, Zeitraum oder Technologie klassifizieren – was es z. B. ermöglicht, Erfolgsbeispiele aus dem Bereich automatisierte/vernetzte Mobilität oder verwandten Tech-Feldern aufzufinden und für die eigene Antragstellung oder Netzwerkarbeit zu nutzen. Der Data Hub unterstützt damit sowohl Antragstellende als auch Förderakteure bei der Orientierung im EIC-Förderraum und bietet Einblicke in Trends und Muster innovativer, europäisch geförderter Projekte.

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Porträt von Dr. Nadine Teusler, Netzwerkmanagerin, mit Brille und schwarzem Blazer, freundlich lächelnd vor verschwommenem Hintergrund.

Dr. Nadine Teusler

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