Schon die vorherige Innovationsstrategie des Landes (2021–2027) hat einen klaren Schwerpunkt gesetzt: Mobilität als systemische Zukunftsaufgabe. Drei Leitgedanken prägten damals die Ausrichtung:
1. Mobilität als vernetztes Gesamtsystem
Die RIS 2020–2027 betonte, dass Mobilität nicht länger als Summe einzelner Verkehrsträger verstanden werden kann. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Infrastruktur, digitalen Diensten, Energieversorgung und Nutzerverhalten. NRW sollte zum Vorreiter für integrierte Mobilitätslösungen werden – von multimodalen Plattformen bis zu intelligenten Verkehrsnetzen.
2. Technologieoffenheit und Innovationsräume
Die Strategie hob hervor, dass NRW seine industrielle Stärke nutzen muss, um neue Technologien schneller in die Anwendung zu bringen. Dazu gehören alternative Antriebe, automatisiertes und vernetztes Fahren, neue Logistikkonzepte und datenbasierte Mobilitätsdienste. Reallabore und Testfelder wurden als zentrale Instrumente benannt, um Innovationen frühzeitig im Alltag zu erproben.
3. Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Mobilität sollte nicht nur effizienter, sondern auch klimaneutraler werden. Die RIS 2021–2027 stellte klar, dass NRW eine Schlüsselrolle bei der Transformation hin zu emissionsarmen Verkehrssystemen einnimmt. Ein strategisches Mobilitätsmanagement in Verbindung mit automatisierter und vernetzter multimodaler Mobilität und intelligenten Verkehrsmanagementsystemen soll dazu beitragen, den Verkehrssektor effizienter und sauberer zu machen und nachhaltige Mobilität und Logistik in Städten und Regionen zu etablieren. Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen zu dem Ort zu machen, an dem die Mobilität 4.0 und Logistik verkehrsträgerübergreifend erforscht, entwickelt, produziert und frühzeitig angewandt wird.
Wichtige Grundlagen einer Vielzahl von Innovationen auf dem Weg hin zu einer intelligenten und vernetzten Mobilität und Logistik sind das Management, die Verfügbarkeit und die Analysemöglichkeiten von Mobilitätsdaten. Um die Digitalisierung im Verkehrssektor im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu beschleunigen, hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) eine eigene IT-Tochter für Mobilitätsdaten an den Start gebracht: NRW.Mobidrom GmbH. Die Landesagentur für Mobilitätsdaten – kurz MOBIDROM – unterstützt aktiv die Wende zu vernetzter, intermodaler und nachhaltiger Mobilität in Nordrhein-Westfalen durch das Aufbereiten, Bündeln und diskriminierungsfreie Bereitstellen von Mobilitätsdaten und ist somit ein sichtbares Instrument der Regionalen Innovationsstrategie.
Warum die Zukunftsdialoge jetzt entscheidend sind
Im Rahmen der Aktualisierung der RIS wird das Themenfeld vernetzte und nachhaltige Mobilität weiterentwickelt und noch stärker verknüpft mit den Potentialthemen Antriebstechnologien, Autonome Mobilitätssysteme, Bidirektionale Lade- & Energiemanagementsysteme, Datenbasierte Mobilitätsökosysteme / Vernetzte Mobilität und Emissionsarme Luftfahrt. Hinzu kommen aus Sicht von innocam.NRW außerdem Security-Themen wie bspw. strategische Autonomie, kritische Infrastruktur und technologische Souveränität.
Die Landesregierung setzt bewusst auf einen offenen Prozess. Die Zukunftsdialoge bieten Raum, um:
- Zielbilder für die Mobilität der Zukunft zu schärfen
- Innovationshemmnisse zu identifizieren
- regionale Stärken sichtbar zu machen
- konkrete Umsetzungspfade zu entwickeln
Die Perspektiven der Teilnehmenden sind dabei zentral: Sie kennen die Bedarfe, Herausforderungen und Potenziale aus der Praxis – und gestalten die Strategie aktiv mit.
Mit der neuen Regionalen Innovationsstrategie setzt Nordrhein-Westfalen ein klares Zeichen: Die Mobilität der Zukunft entsteht im Zusammenspiel von Technologie, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Zukunftsdialoge sind ein wichtiger Schritt, diesen Weg gemeinsam zu gehen.