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Mehrere Personen sitzen in einem hellen Raum mit großen Fenstern und hören einem stehenden Redner zu, der vor einer Leinwand mit Präsentationstext spricht
© Lasse Pipoh

Mobilität in Deutschland und NRW

| Lasse Pipoh, innocam.NRW

Impulse vom Frühjahrstreffen des Bündnisses für Mobilität am 21.04.2026

Das Frühjahrstreffen mit anschließendem Netzwerk-Lunch des Bündnis für Mobilität NRW hat rund 100 Mobilitätsbegeisterte zusammengebracht und einen Ein- und Ausblick auf die Mobilität in NRW geboten. 

Das Treffen der Bündnispartner stand ganz im Zeichen eines lebendigen, fachlich fundierten und zugleich persönlichen Austauschs. Die Atmosphäre war offen, konstruktiv und geprägt von echter Lust darauf, Mobilität in Nordrhein-Westfalen gemeinsam weiterzudenken. Ein zentrales Highlight war der Vortrag von Robert Follmer Bereichsleiter Mobilitäts- und Regionalforschung bei der infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, der mit aktuellen Zahlen und Daten zur Mobilität in Nordrhein-Westfalen eindrucksvoll zeigte: Wir sind noch nicht am Ziel unserer Mobilitätspläne – aber wir sind auf dem Weg dorthin. Die Analyse machte deutlich, wie komplex die Herausforderungen sind. Die zentralen Ergebnisse haben wir hier zusammengefasst.

MiD 2023 – Zentrale Ergebnisse für Nordrhein-Westfalen

Die MiD 2023 ist eine bundesweite Mobilitätsstudie mit über 1 Million Interviews, davon rund 218.000 in NRW. Erfasst wurden Haushaltsdaten, individuelle Mobilitätsmerkmale, Wege, Verkehrsmittelverfügbarkeit und spezielle Themen wie Homeoffice und Mobilitätseinschränkungen. Robert Follmer, hat auf dem Bündnistreffen die wichtigsten Erkenntnisse vorgestellt:

1. Verkehrsmittelverfügbarkeit und Nutzung

  • Pkw-Besitz: Die Pkw-Flotte in NRW wächst weiter, insbesondere in Haushalten mit höherem Einkommen. 2023 besaßen 66 % der Haushalte mindestens ein Auto.
  • Fahrräder/E-Bikes: Der Besitz blieb hoch, mit leichter Erneuerungstendenz.
  • Zufriedenheit: Die Zufriedenheit mit dem ÖPNV war 2023 kritischer als 2017, während Gehen und Radfahren besser bewertet wurden.

2. Mobilitätsverhalten und Modal Split

  • Leichter Rückgang der Mobilität: Die durchschnittliche Zahl der Wege pro Person und Tag ist von 3,1 (2017) auf 2,9 (2023) gesunken. Die Tagesstrecke pro Person sank von 36 km auf 33 km.
  • Modal Split NRW 2023:
    • Zu Fuß: 25 %
    • Fahrrad: 10 %
    • Öffentlicher Verkehr (ÖV): 10 %
    • Motorisierter Individualverkehr (MIV, Autofahrt): 42 %
    • Motorisierter Individualverkehr-Mitfahrt: 13 % 
  • Trends: Mehr Wege wurden zu Fuß zurückgelegt, Radverkehr war leicht rückläufig, MIV nahm ab, ÖPNV erholte sich langsam.

3. CO2-Emissionen

  • NRW: Mobilitätsbedingte CO2-Emissionen lagen bei 5,5 kg pro Person und Tag, leicht unter dem Bundesdurchschnitt (5,6 kg).
  • Städtevergleich: Städte wie Bonn (3,1 kg) und Aachen (3,7 kg) lagen deutlich unter dem NRW-Schnitt.

4. Neue Trends und spezifische Gruppen

  • Homeoffice: 58 % der Erwerbstätigen in NRW hatten grundsätzlich die Möglichkeit zum Homeoffice, die Nutzung variierte stark nach Einkommensstatus.
  • Mobilität mit Handicap: Fast jede sechste Person in NRW war in ihrer Mobilität eingeschränkt, insbesondere ältere Menschen waren betroffen.

5. Hoffnungsträger und Innovationen

  • E-Autos: Der Anteil rein elektrischer Pkw war mit 4 % noch gering und stark vom Einkommen abhängig.
  • Deutschlandticket: 17 % der Befragten in NRW nutzten das Deutschlandticket regelmäßig, besonders in Metropolen (bis zu 27 %).
  • Sharing-Angebote: Carsharing, Leihräder und -scooter machten weiterhin nur einen sehr kleinen Anteil am Modal Split aus (ca. 1 %).

6. Handlungsempfehlungen und Ausblick

  • Fuß- und Radverkehr: Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere für Menschen mit Einschränkungen.
  • ÖPNV: Deutschlandticket stärker bewerben, Angebotsqualität erhöhen.
  • MIV: Reduktion des Autoverkehrs durch kleinere, elektrische Fahrzeuge und Sharing-Angebote fördern.
  • Verkehrswende: Mehr Aktivität und gezielte Investitionen sind notwendig, um die Mobilitätswende zu beschleunigen.

Fazit

Die Mobilität in NRW verändert sich langsam. Es gibt positive Entwicklungen beim Umweltverbund (zu Fuß, ÖPNV), aber die Verkehrswende erfordert mehr Engagement, bessere Infrastruktur und gezielte Förderung nachhaltiger Mobilitätsformen.

In der anschließenden Diskussion und den Netzwerkgesprächen zeigte sich zudem reges Interesse am Umsetzungsstand des autonomen Fahren im ÖPNV sowie an den Marktbeobachtungsberichten innocam.NRW.

Über das Bündnis für Mobilität

In diesem übergeordneten landesweiten Akteursnetzwerk haben sich bereits Akteurinnen und Akteure aus öffentlicher Hand, Wirtschaft, Wissenschaft, Verkehrsbranche und Verbänden zusammengeschlossen, um gemeinsam die Mobilität der Zukunft zu gestalten – für die Gesellschaft und die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Denn die Mobilitätswende ist ein Gemeinschaftsprojekt. Damit der Verkehrssektor seinen notwendigen Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leistet, ist ein Zusammenwirken aller Verantwortlichen erforderlich.

Save the Date: Die großen NRW-Mobilitätsveranstaltungen 2026

Auch in diesem Jahr stehen wieder zwei zentrale Branchentermine fest, die Sie sich unbedingt vormerken sollten:

  • Infrastrukturkonferenz.NRW 2026: Freitag, 18. September 2026
  • Mobilitätstag.NRW 2026: Donnerstag, 10. Dezember 2026

Beide Veranstaltungen bieten wichtige Impulse, Austauschformate und Vernetzungsmöglichkeiten für alle Akteurinnen und Akteur der Mobilitätsbranche.

Mehr zum Bündnis für Mobilität
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Porträt von Lasse Pipoh, Leiter der Geschäftsstelle, mit dunklem, kurz geschnittenem Haar, Brille und dunklem Hemd, vor unscharfem Hintergrund.

Lasse Pipoh

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