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Bunte Illustration zum EU-Forschungsprogramm „Horizon Europe“ mit großen 3D-Buchstaben, Figuren aus Wissenschaft, Alltag und Technik sowie dem Hinweis auf die Förderperiode 2021–2027.

Fördermittel für europäische Projekte: Tipps und Hinweise aus dem Horizon Europe Info Day

| Dr. Nadine Teusler, innocam.NRW

Am 15. Januar 2026 veranstaltete die Europäische Kommission den Horizon Europe Info Day für Cluster 5, der sich auf Forschung und Innovation in den Bereichen Klima, Energie und Mobilität konzentriert. Ziel der Veranstaltung war es, die Inhalte des Work Programme 2026‑2027 vorzustellen und den Teilnehmenden konkrete Informationen zu den bevorstehenden Calls, deren Anforderungen und Rahmenbedingungen zu vermitteln. Die Präsentationen und Aufzeichnungen des Info Days sind unter folgendem Link einsehbar: Horizon Europe Info Day – Cluster 5.

Allgemeine Hinweise zum Work Programme 2026‑2027

Im Info Day wurden die Ziele von Cluster 5 erneut hervorgehoben: Die Förderung von Projekten, die einen Beitrag zur europäischen Klimaneutralität bis 2050 leisten und die digitale Transformation im Mobilitätssektor vorantreiben, steht im Vordergrund. Besonders betont wurden dabei die Bereiche multimodaler Verkehr, automatisierte und vernetzte Mobilität (CCAM) sowie Sicherheits- und Resilienzthemen. Für die Antragstellerinnen und Antragsteller wurde klargestellt, dass alle Einreichungen strikt den Vorgaben im Funding & Tenders Portal folgen müssen und dass die in den Calls definierten Ziele und Anforderungen vollständig umgesetzt werden sollten.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Interdisziplinarität und Konsortienstruktur gelegt. Projekte sollten Partner aus Forschungseinrichtungen, Industrie und Endanwendern integrieren, um die Praxistauglichkeit und den Innovationsgrad der vorgeschlagenen Maßnahmen zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die Projektpläne realistisch sein müssen und die geplanten Ergebnisse innerhalb der Projektlaufzeit erreicht werden können.

Ein weiteres zentrales Thema des Info Days war die zunehmende Rolle von digitalen Technologien und künstlicher Intelligenz im Mobilitätssektor. In mehreren Calls wird der Einsatz von KI explizit gefordert, etwa zur Unterstützung von Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Validierung von CCAM-Systemen. Die Teilnehmenden wurden darauf hingewiesen, dass der Einsatz von KI transparent dokumentiert werden muss und dass die Antragsteller die volle Verantwortung für die Inhalte des Vorschlags tragen.

Übersicht der Calls für automatisierte und vernetzte Mobilität

Im Schwerpunkt „Connected, Cooperative and Automated Mobility (CCAM)“ wurden mehrere relevante Topics im Bereich automatisierte und vernetzte Mobilität vorgestellt. Alle diese Calls teilen die gemeinsame Deadline am 08. Oktober 2026, 17:00 CET, und sind für Konsortien aus Forschung, Industrie und Anwendern ausgelegt, die Pilot‑ oder Demonstrationsprojekte in realen Umgebungen durchführen.

Die vorgestellten Themen umfassen sowohl die Validierung von CCAM-Technologien, als auch die Stärkung der Resilienz multimodaler Verkehrs- und Logistiksysteme sowie die Förderung nachhaltiger und intelligenter urbaner Mobilität. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Anwendung generativer KI zur Verbesserung von Wahrnehmung und Entscheidungsprozessen im Verkehr.

Konkret wurden die folgenden Topics benannt:

  • Flagship-pilot: large-scale demonstrations of CCAM (HORIZON-CL5-2026-10-D6-01): Dieser Call richtet sich an groß angelegte Demonstrationen im Bereich vernetzter und automatisierter Mobilität für Personen- und Güterverkehr. Ziel ist die praxisnahe Validierung von CCAM-Systemen in realen Umgebungen, um die Einführung der Technologien in Europa zu beschleunigen.
  • Geopolitical competition and socioeconomic resilience in CCAM (HORIZON-CL5-2026-10-D6-02): Dieses Thema untersucht die geopolitische Wettbewerbsfähigkeit und die sozioökonomische Resilienz im Bereich CCAM. Ziel ist die Entwicklung eines Innovations- und Politikfahrplans, der die Position der EU im globalen Wettbewerb stärkt.
  • Generative AI for smarter CCAM (HORIZON-CL5-2026-10-D6-03): Der Call fokussiert auf den Einsatz generativer KI, um Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Validierung von CCAM-Systemen zu optimieren. Damit sollen die Leistungsfähigkeit und Sicherheit automatisierter Systeme erhöht werden.
  • Increasing competitiveness and resilience of multimodal freight transport and logistics (HORIZON-CL5-2026-10-D6-06): Hier werden Projekte gefördert, die die Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz multimodaler Logistik- und Güterverkehrssysteme durch digitale Innovationen verbessern.
  • Supporting sustainable and smart urban mobility in Europe (CIVITAS, HORIZON-CL5-2026-10-D6-07): Ziel ist die Förderung nachhaltiger und intelligenter urbaner Mobilität, inklusive digitaler Vernetzung und Optimierung der Verkehrsflüsse in Städten.
  • Road Safety and resilience of rural areas (HORIZON-CL5-2026-10-D6-09): Dieser Call adressiert die Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Resilienz in ländlichen Regionen unter Nutzung intelligenter Mobilitätslösungen.
  • Enhanced resilience in multimodal passenger transport (HORIZON-CL5-2026-10-D6-10): Fokus liegt auf der Erhöhung der Resilienz multimodaler Passagiertransportsysteme durch digitale Technologien sowie generative und diskriminative KI.

Die Präsentationen im Info Day betonten, dass alle diese Themen stark praxisorientiert sind und Pilotprojekte, Demonstrationen oder Feldtests in realen Einsatzumgebungen fördern. Gleichzeitig sollen die Projekte das Zusammenspiel zwischen Technologieentwicklung, gesellschaftlicher Akzeptanz und politischen Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Hinweise aus dem Info Day zur Antragstellung

Während der Veranstaltung wurde auch auf die strukturierte Antragstellung und den formalen Rahmen eingegangen. Es wurde fokussiert, dass:

  • alle Inhalte des Vorschlags strikt den Vorgaben des Funding & Tenders Portals folgen müssen,
  • die Antragsteller die Verantwortung für die Inhalte tragen,
  • die Integration von KI-Methoden und digitalen Tools transparent dokumentiert werden muss,
  • die Projekte konsortial ausgelegt sein sollten, um fachliches Know-how und Kapazitäten optimal zu kombinieren.

Die Präsentationen machten deutlich, dass die Einreichung realistischer Arbeitspläne, die Darstellung von Risiken und geeigneten Maßnahmen zur Risikominderung sowie eine stimmige Ressourcenzuweisung entscheidend sind, um die Förderfähigkeit zu gewährleisten.

Hinweis zu weiterführenden Informationen

Das vollständige Arbeitsprogramm 2026–2027 von Horizon Europe ist auf den Seiten der Europäischen Kommission verfügbar.

Für die Antragstellung sind ausschließlich die im EU Funding & Tenders Portal veröffentlichten Dokumente verbindlich.

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Porträt von Dr. Nadine Teusler, Netzwerkmanagerin, mit Brille und schwarzem Blazer, freundlich lächelnd vor verschwommenem Hintergrund.

Dr. Nadine Teusler

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