Mit EIT Urban Mobility verfolgt die Europäische Union das Ziel, Städte lebenswerter, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten. Als Initiative des European Institute of Innovation and Technology vernetzt EIT Urban Mobility Städte, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups, um gemeinsam innovative Lösungen für urbane Mobilität zu entwickeln – von intelligenter Verkehrsplanung über aktive Mobilität bis hin zu datenbasierten Technologien für moderne Stadtentwicklung.
Wie diese Entwicklungen konkret aussehen können, zeigte die Veranstaltung „Mobility Talks 33: Digital twins for better mobility“ am 05.05.2026. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sogenannte digitale Zwillinge – also digitale Abbilder urbaner Verkehrssysteme – Städte dabei unterstützen können, Mobilität effizienter, resilienter und nachhaltiger zu planen. Anhand von Praxisbeispielen diskutierten Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Forschung und Kommunen darüber, wie Daten genutzt werden können, um Verkehrsflüsse zu simulieren, Infrastrukturmaßnahmen zu bewerten und Entscheidungen fundierter zu treffen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Qualität und Offenheit der zugrunde liegenden Daten entscheidend dafür sind, damit digitale Technologien langfristig einen echten Mehrwert für Städte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner schaffen können.
Zu Beginn erfolgte eine Zuordnung des Begriffs Digitaler Zwilling durch die Programmträger:
Jean-Paul Judson, Moderator der Veranstaltung, NOWMORE Moderation & Reputation S.C.S.: Ein „Digital Twin“ (digitaler Zwilling) ist die virtuelle Abbildung eines realen Objekts, Prozesses oder Umfelds auf Basis von Daten. Das kann beispielsweise eine Industrieanlage oder ein ganzes Stadtviertel sein. Der digitale Zwilling ermöglicht es, die reale Umgebung virtuell zu betrachten, zu analysieren und darin zu navigieren. Änderungen oder Ereignisse in der realen Welt werden dabei möglichst in Echtzeit im digitalen Modell abgebildet. Dadurch können Auswirkungen von Anpassungen simuliert, überwacht und besser verstanden werden, noch bevor sie in der Realität umgesetzt werden.
Ralf Frisch, Principal Business Development Manager, PTV Group (Vorstellung des Landesverkehrsmodells Baden-Württemberg und Frankfurt (Main) Hauptbahnhof: Der Begriff „Digital Twin“ ist ein anspruchsvoller Ausdruck, da ein „Zwilling“ voraussetzt, dass die digitale Darstellung der Realität möglichst exakt entspricht. Im Bereich der Mobilität ist ein vollständig realitätsgetreuer digitaler Zwilling jedoch kaum erreichbar. Verkehrs- und Transportmodelle können die Realität zwar sehr detailliert und präzise abbilden, bleiben aber stets eine Annäherung an die tatsächlichen Bedingungen. Ziel ist es, ein Modell zu schaffen, das der Realität so nahe wie möglich kommt.
Lukas Ambühl, Mitbegründer und Geschäftsführer, Transcality (Vorstellung Digitale Zwillinge und KI-gestützte Verkehrssimulation): Ein „Digital Twin“ ist eine virtuelle Nachbildung eines Verkehrs- oder Transportsystems, die kontinuierlich mit möglichst aktuellen Daten aus der realen Umgebung aktualisiert wird. Der digitale Zwilling bildet dadurch reale Zustände und Prozesse möglichst präzise ab. Gleichzeitig können Erkenntnisse und Simulationen aus dem digitalen Modell wieder in die reale Welt zurückgeführt werden, um Systeme zu überwachen, zu steuern oder zu optimieren.