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Luftaufnahme eines Hafens mit zahlreichen in Reihen angeordneten bunten Containern und Kränen
Hafen Antwerpen © Jan Paulussen auf Pixabay

Autonomy in Action: Wie autonome Lkw Häfen und Logistik verändern

| Lasse Pipoh, innocam.NRW

Nachbericht zum PAVE‑Online‑Event vom 13. Mai 2026: „Autonomy in Action: Deploying Automated Solutions Across Ports and Logistics“

Autonome Fahrzeuge sind längst kein Zukunftsversprechen mehr – sie sind Realität. Besonders in der Hafenlogistik zeigt sich, wie weit die Technologie bereits ist und wo ihre Grenzen liegen. Das PAVE‑Online‑Event „Autonomy in Action“ hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark sich Automatisierung und autonome Systeme in den globalen Lieferketten ausbreiten. Und eines wurde klar: Häfen spielen dabei eine Schlüsselrolle.

China zeigt, wohin die Reise geht

China ist bei der praktischen Umsetzung bereits weiter als Europa und die USA. In vielen chinesischen Häfen gehören autonome Fahrzeuge in abgeschlossenen Arealen zum Alltag. Terminal‑Trucks, Shuttles und AGV (Automated Guided Vehicles) bewegen Container vollautomatisch und sind in bestehende Abläufe und in den Mischbetrieb integriert.

Europa: Autonome Fahrzeuge im Terminal – ja. Auf der Straße – noch nicht.

Auch in Europa ist die Automatisierung weit fortgeschritten. Viele große Containerterminals setzen seit Jahren auf autonome Transportfahrzeuge, die Container zwischen Kran und Lagerfläche bewegen. Auf öffentlichen Straßen befinden sich autonome Lkw in Europa bisher noch im Pilotstadium. Bei der europaweiten Harmonisierung besteht nach Aussagen von PAVE noch Entwicklungsbedarf.

Warum Häfen besonders sind für autonome Fahrzeuge

Häfen und Terminals haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind kontrollierte, hochorganisierte Industrieumgebungen. Der Betrieb erfolgt unter folgenden Rahmenbedingungen: 

  • Strukturierte Verkehrsflüsse: klare Wege, definierte Abläufe, wenig spontane Ereignisse
  • Begrenzte Anzahl möglicher Szenarien: überschaubare „number of risks“
  • Digitale Durchdringung: Videoüberwachung, Sensorik, Zugangskontrollen
  • Zunehmend unter der Verwendung von Digital Twins: virtuelle Abbilder des Hafens zur Simulation und Optimierung
  • Mithilfe robuster Kommunikationsinfrastruktur: häufig private 5G‑Netze
  • Und mit bereits vorhandenen Erfahrungen mit AGVs: viele Terminals nutzen seit Jahren autonome Fahrzeuge im Yard‑Betrieb

Auf Terminalgeländen fahren weiterhin konventionelle Lkw von Speditionen, Servicefahrzeuge, Reachstaker, in Binnenhäfen tlw. auch Gabelstapler, sonstige Einsatzfahrzeuge und auch Mitarbeitende auf Fahrrädern. Dieser Mischbetrieb ist komplex. In Deutschland gilt zudem auf den meisten Hafengeländen die Straßenverkehrsordnung (StVO). Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine verkehrsrechtliche Anordnung. Die internen Vorgaben und Bestimmungen sehen aber oftmals vor, dass Kraftfahrzeuge, die auf Hafengelände unterwegs sind, über entsprechende Zulassungen verfügen müssen. Aktuell gibt es noch keine KFZ mit autonomer Fahrfunktion, die über eine Betriebserlaubnis verfügen und gemäß StVZO zugelassen werden können.

PAVE wirbt für einen gemeinsamen europäischen Ansatz

Logistik ist grenzüberschreitend. Autonome Lkw, autonome Binnenschiffe und automatisierte Zuglösungen können nur dann ihr Potenzial entfalten, wenn sie europaweit interoperabel sind.

Das bedeutet:

  • gemeinsame technische Standards
  • harmonisierte Sicherheitsanforderungen
  • abgestimmte Regeln für Betrieb und Zulassung bzw. die Anerkennung
  • einheitliche digitale Schnittstellen

Ohne diesen europäischen Rahmen bleibt die Technologie auf Insellösungen beschränkt.

Die Rolle der Hafenbetriebe: Enabler statt Betreiber

Hafenbetriebe sind selten selbst Fahrzeugbetreibende. Sie sind vielmehr Vermittelnde und Enabler zwischen Terminalbetreibenden, Speditionen, Reedereien und Logistikdienstleistern.

Am JadeWeserPort wurde Ende 2025 ein sechsmonatiger Test für den gesamten horizontalen Transportzyklus in einem Containerterminal abgeschlossen. EUROGATE, eines der führenden Containerterminal- und Logistikunternehmen Europas, und Embotech, ein Anbieter autonomer Fahrlösungen, haben gemeinsam mit MAFI, einem Hersteller von Terminal-Zugmaschinen, sowie der ICT Group, einem Anbieter industrieller Technologielösungen, ein Pilotprojekt mit Tests zu 18 verschiedenen Anwendungsfällen durchgeführt. Damit wurde bestätigt, dass das System den hohen Anforderungen der Hafenlogistik gerecht wird

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Porträt von Lasse Pipoh, Leiter der Geschäftsstelle, mit dunklem, kurz geschnittenem Haar, Brille und dunklem Hemd, vor unscharfem Hintergrund.

Lasse Pipoh

Geschäftsstellenleitung +49 162 4861673