Aus unserem Blog • Von Anke Braun und Dieter Moormann • März 2022

Eilige medizinische Güter schnell, sicher und effizient transportieren – Forschungsprojekt EULE

Unbemannte Luftfahrzeuge können in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung, auch außerhalb von Ballungszentren, leisten. Im Rheinischen Revier wird im Forschungsprojekt EULE demonstriert, wie eilige medizinische Güter zwischen pharmazeutischen Händlern, Krankenhäusern und Laboren auch über größere Entfernungen vollständig automatisiert transportiert werden können.

Abb. 1: Medizinische Transportlogistik im Rheinischen Revier und in der Euregio Maas-Rhein

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND das Projekt „Europäische UAV-unterstützte Transport-Lösungen für Medizinische Güter“, kurz EULE.

Im Rheinischen Revier und darüber hinaus grenzüberschreitend in der Euregio Maas-Rhein sollen künftig hochautomatisierte unbemannte Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) eilige medizinische Güter wie Arzneimittel, Blut- und Gewebeproben schneller transportieren, als dies heute möglich ist. Durch den Transport in der Luft wird dabei eine größere Effizienz und – durch den Wegfall von sogenannten Blaulichtfahrten – auch ein größeres Maß an Sicherheit erreicht.

Vernetzung und Automatisierung ermöglichen effizienten Transport

Unter Federführung des Instituts für Flugsystemdynamik (FSD) der RWTH Aachen haben sich die Projektpartner zusammengeschlossen, um die besonderen Herausforderungen mit ihren jeweiligen Expertisen im Bereich der vernetzten automatisierten Mobilität zu lösen. Anke Braun, Projektleiterin von EULE und Mitarbeiterin am Institut für Flugsystemdynamik, koordiniert die medizinisch-technologische Interaktion aller Partner untereinander, damit ein gesellschaftlicher Mehrwert generiert werden kann.

Abb. 2: Vernetzung der EULE Partner für einen sicheren und effizienten Transport von eiligen medizinischen Gütern

Unter Einbeziehung von Krankenhäusern der Region, Großhändlern und Laboren im Rheinischen Revier und in den Niederlanden werden unter Koordinierung des Universitätsklinikums der RWTH Aachen die Anforderungen an die medizinischen Logistikprozesse in das Projekt eingebracht. Die FH Aachen und die Docs-in-Clouds TeleCare GmbH kümmern sich um die digitalisierungsunterstützte Disponierung und die automatische Be- und Endladung der Flugsysteme.

Ein Kernelement des EULE Flugbetriebes – umgesetzt von der RWTH Aachen und der flyXdrive – bildet die Zentrale Leitwarte. Hier werden die Flugaufträge mit den Anforderungen zum sicheren Flugbetrieb zusammengeführt. Dabei stellt der Projektpartner Droniq auf Basis von konsolidierten Flugverkehrsdaten der Deutschen Flugsicherung DFS die besonderen Services zur Verfügung, die benötigt werden, um mögliche Gefahren auf der Route für andere Luftverkehrsteilnehmer und für Menschen am Boden so weit wie möglich zu vermeiden. Weiterführend erforscht das FSD Verfahren der Onboard Konflikterkennung und -vermeidung zur sicheren Integration der UAVs in den Luftraum.

Für die Transportaufgabe stellt die flyXdrive ihr vollständig automatisiertes unbemanntes Flugsystem zur Verfügung, das als Kippflügler senkrecht starten und landen kann und nach dem Kippen der Tragflächen zusätzlich einen hoch-effizienten Flächenflug erreichen kann. Damit ist es möglich, rein elektrisch größere Entfernungen zurücklegen zu können, wie dies für den Projekterfolg von EULE im Rheinischen Revier gefordert wird.

In allen Bereichen ist eine zuverlässige Vernetzung die Grundvoraussetzung für den sicheren Betrieb. Die Vodafone GmbH bildet damit das verbindende Element im EULE Projekt. Sie kümmert sich um die zuverlässige 5G-Vernetzung der UAVs im Luftraum und verbindet für die automatisierte Einbindung der Transporte in die Infrastruktur von Krankenhäusern und Laboren das zentrale Datenmanagement mit 5G-Technologie.

Verbesserte Nachhaltigkeit bei medizinischen Notfalltransporten durch den Einsatz von UAVs

Die Prozesskette der zu liefernden Güter wird im Rahmen des Projektes ganzheitlich bewertet. Ziel ist es, durch die Verwendung von automatisierten Flugsystemen und deren vollständige Integration in die medizinischen Logistikketten einen schnelleren und kostengünstigeren Transport zu ermöglichen. Dazu werden in diesem Projekt zusammen mit den Partnern aus dem medizinischen Umfeld aktuelle Transportaufgaben, die heute mit Bodenfahrzeugen durchgeführt werden, analysiert und der Mehrwert eines Lufttransports bewertet.

Neben der Zeit- und Kostenersparnis bei den Endanwendern bietet die Verlagerung des Transports von der Straße in die Luft, vor allem bei der Lieferung kleinster Mengen, gesamtgesellschaftliche Vorteile. Zurzeit werden hauptsächlich Lieferwagen verwendet, während innerhalb des Projektes eine Lieferung mittels eines elektrisch betriebenen Kleinstflugsystems durchgeführt wird. Dadurch wird der CO2-Austoß, bei dem Transport geringer Mengen, reduziert.


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