1. Startseite
  2. Aktuelles
  3. Erfolgreicher Abschluss des Forschungsprojekts RAI ...
Logo mit einem blauen Wassertropfen, darin ein orangefarbenes Schiff mit einem Kran und dem Schriftzug 'RAIN' in großen blauen Buchstaben
Logo des Projekts Rain © Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. (DST)

Erfolgreicher Abschluss des Forschungsprojekts RAIN

| DST-Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V.

Vorbereitung der Binnenhäfen auf die automatisierte Binnenschifffahrt

Berlin, 14.10.2026: Mit der Vorstellung der finalen Ergebnisse im Rahmen eines Verkehrspolitischen Frühstücks mit Bundestagsabgeordneten, Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden sowie dem Projektträger TÜV Rheinland Forschungs- und Innovationsmanagement schließt das Konsortium unter Führung des Bundesverbands Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) das vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderte Forschungsprojekt RAIN (Inland Ports‘ Readiness for Automated Inland Navigation) erfolgreich ab. 

Die Binnenschifffahrt steht vor einem technologischen Wandel durch den zunehmenden Einsatz autonomer und automatisierter Schiffssysteme. Bislang fehlte jedoch eine ganzheitliche Betrachtung darüber, wie sich diese Entwicklungen auf die Hafeninfrastruktur, die Umschlagprozesse und die Schiffsabfertigung, das Personal an Bord und Land und die zugehörigen Kompetenzprofile sowie die Geschäftsmodelle und die Vorschriftenlage auswirken und welche konkreten Anforderungen daraus für die Häfen entstehen. Das Vorhaben schließt diese wissenschaftliche Lücke, indem es die Automatisierung in der Binnenschifffahrt ganzheitlich untersucht und dabei sowohl die konkreten Anforderungen an die Häfen als auch deren Auswirkungen vor Ort berücksichtigt. Die Projektergebnisse bieten den deutschen Binnenhäfen damit erstmals ein fundiertes Kompendium, aus dem Anpassungsmaßnahmen – etwa in den Bereichen Investitionen, Aus- und Weiterbildung sowie Geschäftsmodellinnovationen – abgeleitet werden können.

Im Rahmen des rund zweijährigen Projekts (Laufzeit von Januar 2024 bis März 2026) hat der BÖB gemeinsam mit dem DST-Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) diese Herausforderungen erstmals systematisch analysiert.

Die Kernergebnisse des Projekts im Überblick:

  • Wissenschaftliches Kompendium & Handlungsempfehlungen: Zusammenführung aller Ergebnisse in einem praxisnahen Nachschlagewerk, das Binnenhäfen als strategische Entscheidungsgrundlage dient.

  • Identifikation von Handlungsfeldern: Systematische Erfassung aller durch die Schiffsautomatisierung betroffenen Bereiche an Land – von der Hafentechnologie über logistische Schnittstellen bis hin zu operativen Abläufen. 

  • Zukunftssichere Investitions- und Personalplanung: Konkrete Hilfestellungen für Hafenbetreiber, um notwendige Anpassungen bei Infrastrukturinvestitionen sowie in der Aus- und Weiterbildung frühzeitig zu planen.

  • Rechtsgutachten zu regulativen Handlungsempfehlungen

Marcel Lohbeck, BÖB-Geschäftsführer: „Die automatisierte Binnenschifffahrt wird den Gütertransport auf unseren Wasserstraßen grundlegend verändern. Damit diese Innovationen greifen, müssen die Häfen als Schnittstelle an Land optimal vorbereitet sein. Das Projekt RAIN leistet hier Pionierarbeit in Form von Grundlagenforschung und gibt unseren Binnenhäfen erste wissenschaftlich fundierte Werkzeuge und Handlungsempfehlungen, um diesen Wandel aktiv zu gestalten und ihre Zukunftsfähigkeit als moderne Logistikdrehscheiben zu sichern. Als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung haben wir Empfehlungen für Häfen, Schifffahrt, Logistik, Wissenschaft sowie Politik und Verwaltung erarbeitet. Diese Empfehlungen sind notwendige Voraussetzungen, damit wir uns in Deutschland erfolgreich auf den Weg zu automatisierten Prozessen zwischen Binnenschiff und Binnenhafen begeben können.“

Cyril Alias, Fachbereichsleiter Logistik & Verkehr am DST ergänzt: „Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen, aber die Wissenschaft gibt uns leistungsstarke Werkzeuge wie die Szenariotechnik an die Hand, um die möglichen Alternativen fundiert zu bestimmen und anschließend ihre jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten (mit Hilfe von Experten oder anhand von Frühindikatoren) abzuschätzen sowie geeignete Reaktionen vorzubereiten. Mit dem Abschluss des RAIN-Projekts geht der Prozess für uns auf europäischer Ebene weiter – insbesondere mit der Abstimmung mit den niederländischen, belgischen und französischen Kollegen sowie in Zusammenarbeit mit der Bundes- und Landespolitik.“

Das Kompendium der Ergebnisse und einen Projektüberblick finden Sie auf der Webseite des Bundesverbands Öffentlicher Binnenhäfen: www.binnenhafen.de/rain-projekt/. 

Das Forschungsprojekt RAIN wurde im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hafentechnologien II“ (IHATEC II) durch das BMV gefördert.

Die Projektergebnisse werden in Auszügen auch im Rahmen der Veranstaltung Future Inland Shipping Forum - NRW • Niederlande • Flandern Automatisierung, Vernetzung und intelligente Hafenlogistik im grünen Rheinkorridor am 09. November 2026 von 10:00 bis 17:00 Uhr im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vorgestellt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier im Veranstaltungskalender.

Einen ausführlicheren Bericht zum Projekt können Sie hier lesen:

Projektbericht RAIN
Sie haben Fragen oder benötigen weitere Informationen zu diesem Artikel?
Porträt von Tim Rehbronn mit Brille, kurzen braunen Haaren in einem weißen Hemd vor grauem Hintergrund.

Tim Rehbronn

Wissenschaftliche Mitarbeit und Arbeitskreis Wasser +49 241 80 28488